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Kurze Geschichte des Hinduismus
Obwohl
der Name Shiva in den frühsten Schriften noch nicht enthalten ist, ist er eine der
ältesten Gottheiten Indiens. Sein Name bedeutet "der Freundliche",
doch ist er auch als "Herr der drei Welten", "Prinz der Asketen"
und "Schützer des Tierreiches" bekannt. Sein Vorläufer, Rudra, war
ein rauher und von den anderen Göttern gefürchteter Geselle. Er brachte
Sturm und Verwüstung, hatte aber auch schon einige freundliche Züge.
(Aus den InderNettNews Nr. 125 von Bernd Symons))
Ganesha, die populärste Gottesfigur
Der wohl meist geliebte Gott im hinduistischen Pantheon ist Ganesha, der Gott mit dem Elefantenkopf, der von Hindus, Buddhisten und Jaina gleichermaßen verehrt wird. Er wird als Sohn von Shiva und Parvati gesehen.
Es gibt viele Versionen der Geschichte über die Herkunft seines Elefantenkopfes. Eine davon erzählt, wie Ganesha von seiner Mutter beauftragt wurde, das Haus in ihrer Abwesenheit zu bewachen, während Shiva sich zur Meditation in die Berge zurückgezogen hatte. Als Shiva in der Zwischenzeit zurückkehrte und von seinem Sohn nicht ins Haus gelassen wurde, schlug er ihm wutentbrannt den Kopf ab. Um Parvati in ihrer Trauer zu trösten, versprach Shiva ihr, dass Ganesha den Kopf des ersten Lebewesens erhalten sollte, dem Shiva begegnete. Zufällig war das ein Elefant, und weil beim Abschlagen des Kopfes ein Stoßzahn dran glauben musste, hat Ganesha nun einen Elefantenkopf mit nur einem Zahn.
Ganesha wird dickbäuchig, mit dem Körper eines Mannes, aber den Beinen eines Kindes, dargestellt. Er hat einen abgebrochenen Stosszahn und trägt um seinen Bauch eine Schlange als heiligen Faden.
Er wird auch mit vier Armen dargestellt. Sie repräsentieren die vier Aspekte des
feinstofflichen Körpers: Geist, Intellekt, Ego und Bewusstsein. In einer Hand
hält er eine Axt und in der anderen ein Fangseil. Die Axt symbolisiert die
Zerstörung aller Wünsche und Bindungen. Mit dem Seil zieht Ganesha den
Sucher aus seinen weltlichen Problemen und verbindet ihn mit ewiger Glückseligkeit.
In der dritten Hand hält Ganesha eine Süßigkeit, die die Belohnung
spiritueller Suche darstellt. In der vierten Hand hält er eine Lotusblume,
die das höchste Ziel der menschlichen Evolution versinnbildlicht: Erleuchtung.
Ganeshas Reittier ist eine kleine Maus. Genauso wie sein Kopf und seine Gestalt schon immer indische Maler, Bildhauer und Kunsthandwerker inspirierten, ist sein Reittier äußerst interessant. Stelle man sich die dickbäuchige Figur doch nur einmal auf einer Maus vor! Aber genau das ist sein Reittier. Auch hier gibt es endlose Vermutungen, warum ausgerechnet eine Maus ihm als Gefährt dienen soll. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es nur einer Maus gelingt, überall hin zu kriechen, in jeden Winkel und jede Ecke. Und genau das muss dem Beseitiger aller Hindernisse möglich sein. Für den Bauern gibt es keinen größeren Feind, als die Feldmaus. Wird aber der Gott Ganesha verehrt und günstig gestimmt, so kann er sich auch dieses Problems annehmen.
Ganesha ist für seine Intelligenz und Weisheit berühmt. Als Siva und Parvathi ihre beiden Söhne einen Wettstreit austragen ließen, trug Ganesha dank seiner Intelligenz den Sieg davon. Derjenige, der als erster dreimal die Welt umrundete, sollte der Sieger sein. Während Karthikeya, der jüngere Bruder, treu und brav dreimal den Globus umrundete, lief Ganesha nur dreimal um seine Eltern herum, da sie für ihn seine Welt waren.
Kein neues Unternehmen und keine Festlichkeit kann von Erfolg gekrönt sein,
ohne vorher zu Ganesha geopfert zu haben, der einerseits Hindernisse
verschwinden lässt, wenn es ihm beliebt, der aber andererseits ebenso
Probleme schaffen kann, falls man ihn bei einem wichtigen Anlass vergisst.
(Ausführungen zu Ganesha nach Sudhamahi Regunathan)